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Unlearning Antisemitism – Jüdische Erzählungen in der deutschen Gesellschaft

Wissenstransfer und Bildung, Antisemitismus und Rechtsextremismus

Bearbeiterinnen: Julia Kleinschmidt, Miriam Rürup
Laufzeit: 2026-2029
Fördergeber: Bundesministerium für Forschung, Technologie, Raumfahrt, Kooperationspartner AG Jugend und Bildung Wiesbaden, Zusammenarbeit mit der Fachdidaktik Geschichte (Lehrstuhl Prof. Dr. Martin Lücke), FU Berlin und Fritz Bauer Institut Frankfurt am Main (Dr. Martin Liepach)

Im Projekt entsteht eine neue Interviewsammlung zum DDR- und Gegenwartsjudentum, ein multimedialer Werkzeugkoffer und ein Handbuch für Fachdidaktik und Lehrer:innen. Als empirische Grundlage wird der bisherige Einsatz von videografierten Interviews in der Demokratieerziehung und Fachdidaktik an ausgewählten Hochschulen in der Bundesrepublik untersucht.

Teilprojekte:
1. „Historicising Oral History – Der Video-Turn in Erinnerungspolitik und Demokratieerziehung“
2. „Jüdische Gegenwart in Deutschland – Diversität zeigen, sehen, verstehen“

Im Fokus des Verbundprojektes steht die Darstellung und Vermittlung von Jüdinnen:Juden in videografierten Interviews. Zeitzeugenschaft ist in der Holocaust-Education zentraler Bestandteil. Tiefenbohrungen zu Einsatz und Wirkung von Oral History in der Antisemitismusprävention gibt es hingegen wenige und auch fehlen andere jüdische Perspektiven der letzten Jahrzehnte im öffentlichen Diskurs.

Das Verbundprojekt vereint zwei der genannten Handlungsfelder der Nationalen Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben (NASAS): „Bildung als Antisemitismusprävention“ und „Jüdische Gegenwart und Geschichte“, indem es einerseits Jüdinnen:Juden eine Plattform im aktuellen medialen Diskurs und in verschiedenen medialen Formaten des historischen Lernens als Resilienzfaktor gegen Antisemitismus bietet und andererseits den Blick in die Geschichte wagt, um zu klären, welchen Platz jüdisches Erzählen und die Erfahrung von Antisemitismus über die Shoah hinaus im digitalen Zeitalter bisher einnahmen.

Ziele unseres Vorhabens sind die stillschweigend vorausgesetzte Wirkung und den Einsatz in der Antisemitismusprävention von aufgezeichneten jüdischen Erzählungen kritisch zu hinterfragen um daraus gewonnene Erkenntnisse auf im Projekt neu zu entwickelnde Lehrmaterialien anwenden zu können.

Zentrale Fragen des Projekts sind: Wie veränderte sich die Debatte um historischen und aktuellen Antisemitismus angesichts des Oral History Turns? Wie kann die Quelle „videografiertes Interview“ als geeignetes Vermittlungsformat im Schulunterricht Breitenwirkung erlangen und wie wurde sie bisher von der Geschichtsdidaktik begleitet? Können neue Ansätze in der Vermittlung von Intersektionalität jüdischer Biografien dazu beitragen, jüdische Geschichte und jüdischen Leben in der postmigrantischen Gesellschaft zu mehr Akzeptanz zu verhelfen?

Das Projekt kooperiert mit dem im Transfer wissenschaftlicher Inhalte in die Schulbildung langjährig erfahrene Praxispartner Jugend und Bildung AG in Wiesbaden. Die AG ist in Erstellung der neuen Videosammlung, die Lehrplananalyse und die Entwicklung der Unterrichtsmaterialien mit einer Pilotphase mit Schüler:innengruppen eng eingebunden.

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