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Saskia Schreuder: Die Jüdische Buch-Vereinigung (1934–1938). Verlegerische Tätigkeit als Selbsthilfe

22.01.26

Ein Gastvortrag im Rahmen des Promotionskollegs Gebrochene Traditionen? Jüdische Literatur, Philosophie und Musik im NS-Deutschland, gebrochene-traditionen.de

22. Januar 2026, 16.15–17.45 Uhr
MMZ Potsdam, Am Neuen Markt 8, 14467 Potsdam
Kontakt: Doris Maja Krüger, Wissenschaftliche Koordinatorin, mkrueger@europa-uni.de

Im Jahre 1934 nahm die Jüdische Buch-Vereinigung ihre Tätigkeit auf. Vergleichbar mit dem Kulturbund Deutscher Juden wurde die Vereinigung von mehr als fünfzehn jüdischen Organisationen unterstützt, sie war damit Teil der umfangreichen jüdischen Selbsthilfe im nationalsozialistischen Deutschland. Die JBV hatte eine doppelte Zielsetzung: Einerseits ging es darum, jüdische Kultur zu bewahren und zu fördern, um damit die jüdischen Leser in der Krisensituation wieder an die jüdische Geschichte und Tradition heranzuführen und die Gemeinschaft zu stärken. Andererseits bot sie Autoren und Autorinnen, deren Werke nicht mehr in allgemeinen Verlagen erscheinen konnten, eine Publikationsmöglichkeit. Bis zu ihrem Verbot im Sommer 1938 erschienen neunzehn Bücher – u. a. historische Werke, eine Bibelübersetzung, Autobiographien und literarische Texte – sowie fünf Ausgaben ihrer Zeitschrift, die „Blätter der Jüdischen Buchvereinigung“. Tatsächlich wurde die JBV, die sich mit ihrer Mitgliederzahl von bis zu 8000 Personen in einer ökonomisch exzeptionellen Situation befand, zu einem wichtigen Publikationsort für literarische Texte von in Deutschland lebenden jüdischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen. Der Vortrag zeichnet die Geschichte der JBV nach und rekonstruiert anhand ausgewählter Texte deren Programmatik.


 

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