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„Wir für uns“: Jüdische Erfahrungen in den letzten Jahren der DDR
Dienstag, 20. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig
Eine Veranstaltung des MMZ und des Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Eintritt frei
„Wir für uns“ – unter diesem Namen schlossen sich 1986 in der DDR Kinder jüdischer Remigrantinnen und -migranten zusammen. Ihre Eltern waren nach dem Ende des Nationalsozialismus aus dem Exil in den entstehenden sozialistischen Staat gekommen, in dem die nachfolgende Generation auch aufwuchs. In den 1980er Jahren gewann die eigene jüdische Herkunft für die Gruppenmitglieder zunehmend an Bedeutung. Dies geschah in einer Zeit, in der das sozialistische Versprechen auf eine wirtschaftlich und sozial gerechte Zukunft in Staat und Gesellschaft spürbar unterging.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Potsdam (MMZ) im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig stehen jüdische Wahrnehmungen und Deutungen aus den letzten Jahren der DDR sowie die damaligen Sorgen angesichts der deutschen Wiedervereinigung, da die Transformationszeit auch von einer Welle des Nationalismus und der Gewalt begleitet war.
In einem einführenden Vortrag rekonstruiert Dr. Lutz Fiedler die Geschichte von „Wir für uns“ und gibt Einblicke in ein sich wandelndes jüdisches Selbstverständnis sowie in vergessene Kapitel der Nachwendezeit. Anschließend diskutiert die MMZ-Direktorin Prof. Dr. Miriam Rürup mit der Historikerin Dr. Annette Leo, die selbst an der Gründungsveranstaltung von „Wir für uns“ teilgenommen hat und Zeitzeugin der Wendeereignisse ist.
Während der Veranstaltung präsentieren Daniel Burckhardt und Nina Zellenhoff zudem das Online-Portal „Jüdische Geschichte[n] in der DDR“, das derzeit auf Basis von lebensgeschichtlichen Interviews aufgebaut wird.