Shoah Filmtage im Berliner Babylon

 

 

In Zusammenarbeit mit dem Moses Mendelssohn Zentrum, der Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld lädt das Berliner Filmtheater „Babylon“ am 16., 19. und 22. September 2018 zu Shoah-Filmtagen ein. Am Sonntag, 16. September 2018, wird zudem eingeladen zu einer Podiumsdiskussion “Holocaust - Erinnerung für die Zukunft”, an der sich Thomas Krüger (Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung), MMZ-Gründungsdirektor Julius H. Schoeps, Daniel Baranowski (Bundesstiftung Magnus Hirschfeld) und Patrick Siegele, Direktor des Anne Frank Zentrums Berlin, beteiligen werden. Es moderiert Cathy Gelbin (University of Manchester).

 

 

Shoah Filmtage am Berliner Babylon

16.-30. September 2018

 

Sie waren die beiden großen Antipoden im Ringen um eine adäquate filmische Darstellung der nationalsozialistischen Verbrechen: der unlängst im Alter von 92 Jahren verstorbene französische Dokumentarfilmer Claude Lanzmann, dessen sparsames Epos Shoah1985 neue Maßstäbe für den Holocaustfilm setzte, und Steven Spielberg, dessen opulenter Spielfilm Schindlers Listevor 25 Jahren in die Kinos kam und der nun seinerseits als ultimatives Werk zum Thema galt. Der filmischen Spur der beiden Kontrahenten widmet sich das Babylon, das vom 16.-30. September 2018 50 internationale Filme zum Thema Holocaust zeigen wird.

 In Zusammenarbeit mit dem Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam zeigt das Babylon die Höhen und Tiefen des Holocaustfilms von Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein(1942) bis hin zu Mick Jacksons Verleugnung(2016). Inspiriert durch den Widerstreit zwischen Lanzmann und Spielberg gehören Werke wie Lajos Koltais Roman eines Schicksalslosen(2006) und LászlóNemes’ Oskar-gekrönter Sauls Sohnzu den bewegendsten und künstlerisch mutigsten Filmen schlechthin. Höhepunkte der Reihe bilden die Eröffnungsveranstaltung mit Frank Beyers Jakob der Lügneram 16. September 2018, bei der u.a. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung und Schirmherr der Shoah-Filmtage, sowie Daniel Baranowski von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums zum Thema „Holocaust-Erinnerung für die Zukunft“ debattieren werden. Am 19. September zeigt das Babylon erstmals eine Serie bislang nicht im Kino vorgeführter Videointerviews mit Holocaustüberlebenden in Deutschland mit einer Einleitung durch das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien der Universität Potsdam. Während der Veranstaltung wird das Publikum die Möglichkeit haben, mit am Projekt beteiligten Wissenschaftlern, Interviewern sowie Angehörigen der Überlebenden ins Gespräch zu kommen. Des weiteren veranstaltet das Babylon eine Retrospektive aller Filme Claude Lanzmanns, der noch kurz vor seinem Tod seine Teilnahme an den Filmtagen zugesagt hatte.

 Anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht im November diesen Jahres will das Babylon mit der Reihe dazu beitragen, dass die noch immer gegenwärtige Vergangenheit im Zeitalter zunehmender Unwissenheit vor allem unter jungen Menschen nicht in Vergessenheit gerät.

 

 

Termine

 

16. September 2018, 18.45-20.15

Podiumsdiskussion “Holocaust-Erinnerung für die Zukunft”

 

Es diskutieren

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Julius H. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien Potsdam

Daniel Baranowski, Wissenschaftlicher Referent Kultur, Geschichte und Erinnerung, Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH)

Patrick Siegele, Direktor des Anne Frank Zentrums Berlin

Moderation: Cathy Gelbin, University of Manchester

 

19. September 2018, 18.00:

Erstmalige Kino-Vorführung von in Deutschland aufgenommenen Videointerviews mit Überlebenden der Shoah

mit einer Einführung durch Mitarbeiter des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien Potsdam sowie der einmaligen Gelegenheit, mit den anwesenden Angehörigen der Überlebenden und ehemaligen Interviewern am Projekt ins Gespräch zu kommen.

 

22. September 2018, 18.00:

Felix Möller, Harlan – Im Schatten von Jud Süß (Deutschland 2008) / Jessica Jacoby, Roads (Deutschland, 2017)

In Felix Möllers und Jessica Jacobys dokumentarischem Filmdialog setzen sich die Nachfahren von Veit Harlan, der mit seinem antisemitischen Film Jud Süß zum Meisterregisseur des Nationalsozialismus avancierte, mit ihrem Verhältnis zu Harlan und zur deutschen Vergangenheit auseinander. Während Felix Möller die Kinder und Enkel Veit Harlans zu diesem Erbe befragt, spürt Harlans Enkeltochter Jessica Jacoby, die auch in Möllers Film auftritt, in ihrem Film Roadsihrer jüdischen Familiengeschichte nach. Mit anschließender Diskussion in Anwesenheit der beiden Regisseure Felix Möller und Jessica Jacoby.

 

Sowie einer Retrospektive aller Filme Claude Lanzmanns.

Ort: Berliner Filmtheater „Babylon“

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