Hugo Simon Stiftung in Seelow gegründet

Vor wenigen Tagen wurde die Hugo Simon Stiftung gegründet, in die die Simonschen Anlagen am Schweizerhaus Seelow überführt werden – damit ist dieser Erinnerungs- und Kulturort für die Zukunft gesichert. Die Gründung der Stiftung geht auf die langjährige Arbeit des Heimatvereins „Schweizerhaus Seelow e. V“ zurück, der sich seit vielen Jahren für die Erhaltung und Wiederbelebung des Areals in Seelow eingesetzt hat und für ihre Arbeit zahlreiche Unterstützer*innen gewinnen konnte, so auch die Hamburger Hermann Reemtsma Stiftung, ohne deren Förderung vieles nicht möglich gewesen wäre.

Der Namensgeber der Stiftung, der Bankier, Politiker, Landwirt, Kunstsammler und Mäzen Hugo Simon (1880–1950), war eine der Schlüsselfiguren im Berliner Leben der Weimarer Republik. Während des Ersten Weltkriegs zählte er zu den wenigen Unterstützern der Friedensbewegung; 1918 amtierte er für kurze Zeit als Finanzminister (USPD) im Preußischen Revolutionskabinett und ging damit als „roter Bankier“ in die Geschichte dieser Umbruchzeit ein. 1933 musste Hugo Simon nach Paris und 1941 unter falschem Namen weiter nach Brasilien fliehen. Dort starb er 1950.

Den Vorsitz der gegründeten Stiftung führt der Rafael Cardoso, der Urenkel Hugo Simons. Der Vorstand besteht weiterhin aus Marion Krüger, die auch Vorsitzende des Seelower Heimatvereins ist, und MMZ-Mitarbeiterin Anna-Dorothea Ludewig. Von ihr erscheint noch in diesem Jahr bei Hentrich & Hentrich die Miniatur „Hugo Simon. Vom roten Bankier zum grünen Exilanten“.

https://www.hentrichhentrich.de/book-hugo-simon.html  

 

Zum Foto: Die Vorstandsmitglieder Marion Krüger (v.l.), Anna-Dorothea Ludewig und Rafael Cardoso geben vor dem Eingang zum Schweizerhaus die Gründung der Stiftung bekannt; Sebastian Giesen, Geschäftsführer der Hermann Reemtsma Stiftung, gratuliert.

©Foto: Ulf Grieger (https://www.moz.de/lokales/seelow/ausstellung-meilenstein-in-seelow-_-hugo-simon-stiftung-bewahrt-das-schweizerhaus-areal-57247175.html)

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