Anastasia: Demokratiefeindliche Fabelwelten - EJGF-Mitteilungen #8

In der neuen Ausgabe der "Mitteilungen der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle" widmet sich Autorin Laura Schenderlein mit kritischer Perspektive der so genannten Anastasia-Szene mit einem besonderen Fokus auf das Land Brandenburg.

In der aus Russland stammenden Romanreihe um die Hauptfigur "Anastasia" wird die Utopie eines nicht mehr entfremdeten Lebens entworfen: Wenn die Menschen in ländlicher Idylle lebend sich in der sie umgebenden Erde verwurzeln würden, wäre ein Leben in Glück, Weisheit und Gesundheit möglich. Die Romane, die eine internationale Anhängerschaft gefunden haben, sind indes durchzogen von antidemokratischen und antisemitischen Stereotypen.

Die Anastasia-Szene in der Bundesrepublik ist heterogen zusammengesetzt und angebunden an alternative, esoterische und ökologische Milieus. Vermehrt wird versucht, "Landsitze" zu etablieren, um die romantischen Ideen aus den Büchern in eine Praxis zu überführen. Auch in Brandenburg wurden solche Siedlungsprojekte gegründet. Bei nicht wenigen, so Schenderlein, ist sowohl ideologisch als auch personell eine Anbindung an den Rechtsextremismus zu konstatieren. Zum historischen Siedlungsgedanken der völkischen Bewegungen in Deutschland erweisen sich die Anastasia-Ideen als kompatibel.

Das Heft kann hier heruntergeladen werden:
Demokratiefeindliche Fabelwelten
Die Anastasia-Bewegung im Land Brandenburg zwischen Esoterik und
Rechtsextremismus; Potsdam, November 2020, Ausgabe 8.

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