Dr. des. Matthias J. Becker

 

Vita

 

Studium an der FU Berlin: Romanistik, Linguistik, Philosophie

 

Von 2012 bis 2016 Mitarbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der TU Berlin, FG Allgemeine Linguistik.

 

Mitarbeit in folgenden Projekten:

  • DFG-Anlaufprojekt „Hass via Internet – Zugänglichkeit und Verbreitung von Antisemitismen im World Wide Web“
  • DFG-Projekt „Aktuelle Konzeptualisierungen von Terrorismus – expliziert am Metapherngebrauch im öffentlichen Diskurs nach dem 11. September 2001“
  • Projekt „Aktueller Antisemitismus in Deutschland: Sprachliche und konzeptuelle Charakteristika“ (Brandeis University)
  • DFG-Projekt „Verbal-Antisemitismen im Internet: eine linguistische Korpusanalyse zu den Tradierungsformen aktueller Judenfeindschaft im WWW“

 

Seit 2016 wissenschaftlicher Berater am AJC Ramer Institute Berlin.

 

Beratung und Koordination im Pilotprojekt „Demokratie stärken - Aktiv gegen Antisemitismus und Salafismus“. Durchführung von Fortbildungen für Lehrer_innen an Berliner Schulen und Konzeption von Unterrichtsmaterialien in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam und der FU Berlin.

 

Mitarbeit im Projekt „Einstellungen von Geflüchteten aus Syrien und dem Irak zu Integration, Identität, Juden und Shoah“ (Dr. Günther Jikeli, Indiana University und Moses-Mendelssohn-Zentrum).

 

2017 erfolgreiche Verteidigung der Doktorarbeit „Analogien der ‚Vergangenheitsbewältigung‘: Projektionen von historischen Verbrechen auf Israel in Leserkommentaren der Zeit und des Guardian“ (Betreuung Prof. Monika Schwarz-Friesel und Prof. Lars Rensmann)

 

Seit 2018 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses-Mendelssohn-Zentrum (Interviewprojekt  „Die Bedeutung von Religion sowie Erscheinungen von Antisemitismus und Islamismus an Schulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg“)

 

Projekte - Dr. des. Matthias J. Becker

 

Interviewprojekt: Die Bedeutung von Religion sowie Erscheinungen von Antisemitismus und Islamismus an Schulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Das Interviewprojekt, das von Dr. des. Matthias J. Becker durchgeführt wird, dient zum einen der Erschließung der Bedeutung von Religion an deutschen Schulen; zum anderen werden antisemitische Manifestationsformen, islamistisch begründete Radikalisierungstendenzen sowie antidemokratische Tendenzen im Allgemeinen beleuchtet.

Im Rahmen von Interviews, die an ca. 60 Schulen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg durchgeführt werden, berichten Lehrkräfte von ihren Erfahrungen im Schulalltag. Um deren Erfahrungshorizont in der gewünschten Detailliertheit zu untersuchen, werden die Antworten sowohl inhaltlich als auch sprachlich-strukturell erfasst. Bei inhaltlichen Mustern geht es u.a. um antisemitische Stereotype, Geschlechter- oder Familienbilder, Haltungen zu Demokratie, zur deutschen Vergangenheit, zu Israel und zum „Westen“. Sowohl Inhalten als auch der Darbietungsform Rechnung zu tragen gestattet es, neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu diesen Themenschwerpunkten innovative Projekte an Schulen sowie Unterrichtsmaterialien zu konzipieren, die diese beiden Ebenen adressieren. Die Kategorisierung getätigter Äußerungen erfolgt im Rahmen eines Codesystems, welches im Vorfeld zu den Interviews im qualitativen Analysetool MAXQDA entwickelt wurde. Bei den qualitativen Inhaltsanalysen der Interview-Transkripte werden die deduktiven schließlich durch induktive Kategorien erweitert. Dadurch integriert die Studie nicht nur bisherige Forschungsergebnisse, sondern berücksichtigt neue, bisher nicht erfasste Phänomene und deren sprachliche Entsprechung.

Das Ziel der Studie ist, das Bewusstsein für ein Thema zu schärfen, das nur selten wahrgenommen wird. Mittels qualitativ erschlossener Stimmungsbilder können die Spezifika aktueller Verhältnisse an deutschen Schulen detaillierter in den Blick genommen werden. Anschließend lassen sich adäquate pädagogische Präventionsprojekte konzipieren bzw. verfeinern, welche den aktuellen Problemstellungen an Schulen gerecht werden.

Wissenschaftlicher Beirat

Das Interviewprojekt wird sowohl von einem wissenschaftlichen als auch von einem pädagogischen Beirat begleitet.

Der wissenschaftliche Beirat setzt sich primär aus Forscher_innen am Moses-Mendelssohn-Zentrum (Universität Potsdam) zusammen. Zudem stehen Prof. Helga Embacher (Universität Salzburg), Prof. Samuel Salzborn (ZfA, Technische Universität Berlin) sowie Prof. Jens Hainmueller (Stanford University) und Prof. Dominik Hangartner (ETH Zürich) beratend zur Seite.

Der pädagogische Beirat wird gestellt von Akteur_innen, die in ihrer Sozialarbeit intensiv und langjährig mit Antisemitismus unter Muslimen in Berührung gekommen sind sowie pädagogische Präventionsprojekte anleiten. Hier wird das Projekt insbesondere von Burak Yilmaz (Heroes e.V.) und Ahmad Mansour (Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention) begleitet.