Jürgen Thorwald-Bibliothek

 

Jürgen Thorwald (1915-2006), geboren als Hans Bongartz, immatrikulierte sich 1934 an der Philosophischen Fakultät der Universität Köln mit der Studienrichtung Journalistik und dem Berufsziel Journalist und freier Schriftsteller, nachdem er ein Medizinstudium aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen hatte. Seine publizistisch-schriftstellerische Karriere nahm während seiner Studienzeit ihren Anfang, er schrieb seit 1934 für verschiedene nationalsozialistische Publikationsorgane. Seine erste umfangreiche Arbeit erschien 1939 unter dem Titel Luftwaffe – Industrie – Luftfahrt. Bongartz‘ Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus ist bisher nicht abschließend erforscht.

Seit 1948 arbeitete Thorwald für die konservative Wochenzeitung Christ und Welt und verwendete ebenfalls ab diesem Zeitpunkt das Pseudonym Jürgen Thorwald.

1949/1950 wurde Thorwald mit seinem Werk Die große Flucht, das die beiden Bänden Es begann an der Weichsel und Das Ende an der Elbe umfasst, zum Bestseller-Autor im Nachkriegsdeutschland. Zahlreiche Romane und weitere Sachbuch-Bestseller zur Medizingeschichte, Geschichte der Kriminalistik und zu zeitgeschichtlichen Themen folgten. 1978 erschien Das Gewürz. Die Saga der Juden in Amerika, dem 1974 ein dreiteiliger Artikel im Spiegel über das amerikanische Judentum vorausgegangen war. Der große Erfolg für diesen Band blieb jedoch aus, der geplante zweite Band, der die Zeit ab dem Nationalsozialismus behandeln sollte, erschien nicht.

Die 2008 vom Moses Mendelssohn Zentrum übernommene Nachlassbibliohthek stellt die umfangreiche Quellen- und Materialsammlung zum gesamten Gewürz dar. Sie umfasst 2450 Bände sowie zahlreiche kopierte Materialien.

 

David Oels, „Dieses Buch ist kein Roman“. Jürgen Thorwalds „ Die große Flucht“ zwischen Zeitgeschichte und Erinnerungspolitik, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-A