Max Brod. Die „Erfindung“ des Prager Kreises

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Internationale wissenschaftliche Konferenz, Prag,

Ungeachtet der jüngeren Forschung hat sich das wirkungsmächtige Bild eines isolierten und isolierbaren Prager Kreises im Sinne eines werkbiographisch und kulturregionalen, eines sozial- und ereignisgeschichtlichen sowie eines stilistisch-geistesgeschichtlichen Konzepts erhalten. Bei dem Prager Kreis handelt es sich offenbar um eine retrospektiv höchst erfolgreiche literarische Gruppenbildung, die bis heute die Wahrnehmung und Beurteilung der Prager deutschen Literatur insgesamt prägt. Angesichts der erwähnten Determinierungen erscheint allerdings eine Neubestimmung der Pager deutschen Literatur und damit des Prager Kreises überfällig, wobei neben Fragen der literarhistorischen und -politischen Konzeptualisierung gerade auch transkulturelle Phänomene in der Tripolis Praga im zeitlichen Kontext der ästhetischen Moderne in den Blick genommen werden sollen.

Unabhängig von Sprachzugehörigkeit oder auch ästhetischer Qualitätszuweisung hat man es mit einer Vielzahl an Texten und Kontexten zu tun, die durch Referenzstruktur und Rezeptionsgeschichte an der Formierung eines kulturell verfestigten Stadtraumes beteiligt sind, der wiederum erst die Voraussetzung für die Erfindung eines Prager Kreises bietet.

Ausgehend von der neuen Werkausgabe Max Brods, herausgegeben von den Mitveranstaltern der Tagung (Prof. Dr. Hans-Gerd Koch und Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann), soll somit nicht nur eine kritische Überprüfung des wirkungsmächtigen Konzeptes des Prager Kreises erfolgen, sondern es soll insbesondere das Wirken Max Brods, der zwar eine zentrale Rolle in Prag einnahm, der aber in der Forschung immer noch eine marginale Rolle spielt,  als Autor, Publizist und Journalist, Übersetzer, Politiker und vor allem als Kulturmittler oder – wie man heute sagen würde – Netzwerker – aus literatur-, kultur-, musik- und geschichtswissenschaftlicher Perspektive in den Blick genommen werden.

(Prof. Dr. Steffen Höhne, Weimar)

 

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Ort: Prag

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