Moses Mendelssohn Medaille 2011
an Dr. Dr. h.c. Hildegard Hamm-Brücher

6. Juni 2011

Die liberale Publizistin, langjährige Bundestagsabgeordnete und promovierte Chemikerin Hildegard Hamm-Brücher erhält in diesem Jahr die Moses Mendelssohn Medaille. Die Auszeichnung, mit der das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam (MMZ) seit Anfang der 90er Jahre jüdische und nichtjüdische Persönlichkeiten für herausragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst, Politik und zivilgesellschaftlichem Engagement ehrt, wird am 16. Juni 2011, 17 Uhr, im Rathaus der Stadt München (Großer Sitzungssaal) verliehen. Die Laudatio hält Dr. Rachel Salamander, Chefredakteurin der Literarischen Welt.

Wie der Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums, Professor Julius H. Schoeps, erklärt, erhält Hildegard Hamm-Brücher die Ehrung insbesondere für ihr „stetiges Eintreten für Demokratie und Freiheit, für Frauen- und Bürgerrechte, gegen Antisemitismus und Geschichtsverdrängung, für die Aussöhnung von Christen und Juden und für ihre Bemühungen um einen interreligiösen Dialog.“

Die 1921 in Essen geborene „Grand Madame des Liberalismus“ in Deutschland, deren jüdische Großmutter sich während der nationalsozialistischen Diktatur das Leben nahm, studierte und promovierte zunächst in Chemie. 1948 trat sie in die FDP ein und begann eine bemerkenswerte politische Laufbahn, die sie u. a. in den Münchener Stadtrat, den Bayerischen Landtag, das hessische Kultusministerium und ins deutsche Außenministerium führte. Im Jahre 2002 verließ Hildegard Hamm-Brücher – nach 54 Jahren – die Freien Demokraten und protestierte damit gegen die antiisraelische und einseitig pro-palästinensische Wahlkampfkampagne ihres damaligen Parteikollegen Jürgen Möllemann. Auch nach ihrem Parteiaustritt blieb Hildegard Hamm-Brücher politisch und publizistisch sehr aktiv. Ihr bekanntestes Credo: „Demokratie, das sind wir alle!“ Hamm-Brüchers Name steht zugleich für eine nachhaltige Stärkung der Frauenrechte in der Gesellschaft und für eine kritische Geschichtsaufarbeitung innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Träger der Moses Mendelssohn Medaille waren in früheren Jahren u. a. die Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Kurt Biedenkopf, der deutsch-jüdische Schriftsteller Hans Keilsohn, der Unternehmer Berthold Beitz, die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und der Dirigent Daniel Barenboim.

 

Weitere Informationen zur diesjährigen Verleihung der Moses Mendelssohn Medaille:
Dr. Elke-Vera Kotowski, Tel. 0331 – 280 94 12

(V.i.S.d.P. Dr. Olaf Glöckner)

PRESSEMITTEILUNG vom 6. Juni 2011