Nachwuchswissenschaftler-Preis an Dr. des. Barbara Steiner

Oberbürgermeister Jann Jakobs hat Dr. des. Barbara Steiner mit dem 8.
Potsdamer Nachwuchswissenschaftler-Preis ausgezeichnet. Ausgezeichnet
wird Frau Steiner für ihre Dissertation zum Thema „Konversion
nichtjüdischer Deutscher zum Judentum in Deutschland nach 1945 –
Motive, biographische Konstruktionen und Konfliktfelder“, die sie im
Juli 2014 an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam mit
„magna cum laude“ abgeschlossen hat. Die Arbeit untersucht, aus
welchen Gründen deutsche Frauen und Männer nach 1945 zum Judentum
konvertieren wollten, wie Rabbiner und jüdische Gemeinden darauf
reagierten und welche spezifischen Reaktionen, Interaktionen und
Übertrittsverläufe sich daraus ergaben.

Für den Preis nominiert wurde Barbara Steiner vom Direktor des Moses
Mendelssohn Zentrums, Prof. Dr. Julius H. Schoeps, der die Promotion
an der Universität Potsdam betreut hat. „Die Erforschung von
Übertritten zum Judentum in Deutschland steht noch ganz am Anfang, und
hier hat Barbara Steiner mit ihrer Arbeit etwas Bahnbrechendes
geleistet. Wir haben hier einen sehr spannenden Forschungsgegenstand,
aber der ist eben oft auch sehr
emotional besetzt, und die Diskussionen gleiten schnell ins Irrationale
ab. Das Thema sagt vieles über die heutigen Beziehungen von Juden und
Nichtjuden aus. Analytische Studien wie die vorliegende von Frau Steiner
helfen, am Ende beide Seiten tiefgründiger zu verstehen“, so Schoeps.

„Die Auszeichnung meiner Arbeit mit dem Potsdamer
Nachwuchswissenschaftlerpreis erfüllt mich mit Stolz. Der Preis bedeutet
für mich einen enormen Ansporn für meine weitere wissenschaftliche
Arbeit. Dankbar bin ich in erster Linie meinen Interviewpartnern. Ohne
die Bereitschaft der befragten Konvertiten, intime Einblicke in ihr
privates Leben einer unbekannten Zuhörerin zu gewähren, wäre diese
Studie nicht entstanden. Auch bei den befragten Rabbinern, die mir ihre
Konversionspraxis erläuterten und die bereit waren, auch heikle Aspekte
im Zusammenhang mit dem Übertritt zum Judentum zu thematisieren, bedanke
ich mich herzlich“, so Barbara Steiner.

v.l.n.r.: Prof. Dr. Julius H. Schoeps, Dr. des. Barbara Steiner und Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD)

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