Ludwig Rosenberg Kolleg wird am MMZ eingerichtet

Die Hans Böckler Stiftung (HBS) und das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam richten derzeit ein Ludwig Rosenberg Promotionskolleg ein, welches zu den historischen Bezügen zwischen Arbeiterbewegung und Judentum forschen wird. Thematische Schwerpunkte werden Arbeiterbewegung und „Judenfrage“, Juden und Jüdinnen in der Arbeiterbewegung, „jüdische Formen“ der Arbeiterbewegung und Judenfeindschaft/Antisemitismus in der Arbeiterbewegung sein.

Der vor 110 Jahren in Berlin-Charlottenburg geborene und aus einer jüdischen Tuchhändlerfamilie stammende Gewerkschaftsaktivist und Sozialdemokrat Ludwig Rosenberg (1903-1977) schloss sich noch während seiner kaufmännischen Lehre der deutschen Gewerkschaftsbewegung an. Später leistete er aus dem Exil heraus Widerstand gegen die Nazi-Diktatur und kehrte 1945 auf Wunsch seines Freundes Hans Böckler nach Deutschland zurück. Hier baute er den Deutschen Gewerkschaftsbund mit auf, zu dessen Vorsitzenden er 1962 gewählt wurde.

Das MMZ und die gewerkschaftsnahe Hans Böckler Stiftung werden mit dem Rosenberg-Kolleg wesentlich dazu beitragen, Forschungslücken im Themenbereich „Arbeiterbewegung und Judentum“ zu schließen. Renommierte Forscher, wie Gertrud Pickhan (FU Berlin), Stefanie Schüler-Springorum (TU Berlin), Christina v. Braun (HU Berlin) und Mario Keßler (Universität Potsdam) gehören dem Kolleg als Professorinnen und Professoren an.

Acht Promotionsstipendien sind für das Ludwig-Rosenberg-Kolleg ausgeschrieben. Gesucht werden Nachwuchswissenschaftler/innen, die neben einem überdurchschnittlichen Studienabschluss ein individuelles gewerkschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement mitbringen. Im April 2014 wird das Kolleg seine Arbeit am MMZ aufnehmen.

Zur Ausschreibung der Stipendien:

Stipendienausschreibung für das Promotionskolleg

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