Frank Stern lehrt Israel Studies

Kultur- und Filmwissenschaftler Frank Stern

Der Wiener Film- und Kulturwissenschaftler Frank Stern hat für ein volles Jahr die Gastprofessur Israel Studies am Moses Mendelssohn Zentrum übernommen. Sowohl im Sommersemester 2015 also auch im Wintersemester 2015/2016 bietet er Seminare an der Universität Potsdam an.

Professor Stern hat an der Universität Tel-Aviv in jüdischer Zeit- und Kulturgeschichte promoviert. Er war langjähriger Leiter des Zentrums für deutsche und österreichische Studien an der Ben Gurion Universität des Negev in Israel. 2004 nahm er einen Ruf an die Universität Wien an, wo er den Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte am Institut für Zeitgeschichte leitete. 2013 war er Franz-Rosenzweig-Gastprofessur an der Universität Kassel und danach Gastprofessur für Mitteleuropäische Studien und Kulturdiplomatie an der Andrassy-Universität in Budapest.

 Prof. Sterns Vortrags-, Forschungs-, Lehr- und Publikations-Schwerpunkte sind: Deutsch-Jüdische und  Kulturgeschichte, Israelische Kultur und Geschichte, Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte, Filmgeschichte und Ästhetik des deutschsprachigen und internationalen Films im historischen Kontext, deutschsprachiges Filmexil und Film Noir, internationaler jüdischer Film heute, Filmische Adaptionen literarischer Werke, DEFA-Film.

Als Kurator organisierte Frank Stern Filmretrospektiven und Festivals mit Schwerpunkt internationaler jüdischer, deutschsprachiger und israelischer Film, wobei Themen jüdischer Lebenswelten, Israels und des jüdischen Filmexils im Zentrum stehen. Derzeit arbeitet Frank Stern zudem an einem Filmprojekt über die „Zweite Reihe“ der aus Berlin und Wien vertriebenen jüdischen Filmschaffenden. Demnächst schließt er auch ein Buchprojekt ab zum Thema „Wien als Wiege des jüdischen Films“, das den frühen, in Wien produzierten jüdischen, zionistischen und jiddischen Film behandelt.

Im Sommersemester 2015 bietet Frank Stern am MMZ ein Seminar zum Thema „Tradition, Religion und Sexualitäten im internationalen jüdischen und israelischen Spielfilm“ an (mittwochs 10-12 Uhr). Damit verbunden, findet im Kino des Filmmuseums Potsdam von April bis Juli 2015 eine öffentliche Filmreihe statt.

Kontakt:

frstern@uni-potsdam.de

frank.stern@univie.ac.at

 Tel.: +43-69919427173

Veröffentlichungen:
Zur deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Geschichte publizierte Frank Stern u.a. „...dann bin ich um den Schlaf gebracht“ Tausend Jahre jüdisch-deutsche Kulturgeschichte, Berlin 2002; The Whitewashing of the Yellow Badge. Antisemitism and Philosemitism in Postwar Germany. Studies in Antisemitism Series, Oxford 1992; Feuchtwanger und Exil. Glaube und Kultur 1933-1945. „Der Tag wird kommen“ (Hg.), Feuchtwanger Studies Vol.2, Oxford  2011; Kulturanalyse im zentraleuropäischen Kontext (als Co. Hg), Tübingen 2011; Wien und die jüdische Erfahrung 1900-1938. Akkulturation –Antisemitismus – Zionismus (als Co. Hg.), Wien 2009; Film im Sozialismus – die DEFA (als Co. Hg.), Wien 2009; Die Tatsachen der Seele. Arthur Schnitzler und der Film, Wien 2006 (als Co-Hg.);   Filmische Gedächtnisse. Geschichte – Archiv – Riss, Wien 2007 (als Co.Hg.); Die deutsch-Jüdische Erfahrung in der internationalen Kultur. Interdisziplinäre Perspektiven, Berlin 2003 (als Co.Hg.); Die Sprachen der Vergangenheiten. Öffentliches Gedenken in deutschen und österreichischen Medien, Frankfurt am Main 1994 (als Co-Autor).

Aufsätze und Essays u.a.:
Aufklärende Dunkelheit: Filmische Metamorphosen vom Exil zur Diaspora, in: Ian Wallace (Hg.), Feuchtwanger und Remigration, Feuchtwanger Studies Vol.3, Oxford 2013, S. 465-474; Jüdischer Humor im Amerikanischen Film – „I am blond, I am rich, I am Jewish... What could be worse?“, in: Marcus G Patka, Alfred Stalzer (Hg.), Alle Meschugge? Jüdischer Witz und Humor, Wien 2013, S. 221-228; Sieben Filmbilder von Sex und Gender als demokratische Subversion, in: S. Krammer, M. Löffler, M. Weidinger (Hg.), Staat in Unordnung? Geschlechter-Perspektiven auf Deutschland und Österreich zwischen den Weltkriegen, Bielefeld 2012, S. 243-251; „No Jews were harmed in the making of this movie.“ Jüdische Filme von heute und morgen, in: Jüdisches Museum Wien (Hg.), Bigger than life. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung, Berlin 2011, S. 178-183; Brüchige Akkulturation: Jüdisches in Filmen nach Franz Werfel, in: H. Wagener, W. Hemecker (Hg.), Judentum in Leben und Werk von Franz Werfel, Berlin 2011, S. 169-180.

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