Der verdrängte Genozid

Zum Auftakt in das Gedenkjahr zum Genozid an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915, hat Professor Julius H. Schoeps am 26. Februar 2015 auf einer Zeremonie im Berliner Abgeordnetenhaus die Gedenkrede gehalten. Vor versammelten Repräsentanten der Republik Armenien, der Armenischen Gemeinde zu Berlin, Mitgliedern des Bundestages und diverser Landtage sagte er:

"Im Schatten des Ersten Weltkrieges, der an Grausamkeiten alles bis dato mögliche übertraf, unternahm das Regime der Jungtürken den bis dahin beispiellosen Versuch, eine religiös-ethnische Minderheit – die Armenier - im eigenen Reich systematisch zu töten. Das liegt nun in diesem Jahr ein Jahrhundert zurück, und ich meine, es ist an der Zeit, sich dem Geschehenen auch und gerade in Deutschland angemessen zu stellen."

Gerade vor dem Hintegrund der Verbindung zwischen Jungtürken und Deutschem Reich, vor dessen Augen sich das Verbrechen vollzogen hatte, forderte er die Bundesregierung und die Fraktionen im Bundestag auf, den Völkermord auch als solchen zu bennnen:

"Eine klare Positionierung wäre aber schon deshalb notwendig, als die Bundesrepublik Deutschland nicht nur Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches (was so mancher Jurist bestreitet!), sondern auch moralisch dazu verpflichtet ist, Position zu beziehen."

Hier finden Sie die vollständige Rede.

Bericht in der PNN, 04.03.2015

Artikel in der JA, 19.03.2015

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