Ausstellungseröffnung in Halberstadt - Moses Mendelssohn Akademie

Eine Ausstellung anlässlich des 200. Jahrestages des Erlasses des Emanzipationsediktes.

9. November 2012 bis Anfang Januar 2013
Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt
Rosenwinkel 18, 38820 Halberstadt

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag, 10-16 Uhr
Vernissage: Freitag, 9.11.12, 18 Uhr, Moses Mendelssohn Akademie

Eine Wanderausstellung in Kooperation zwischen dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und dem Kulturzentrum Rathenow.

Im Jahre 2012 jährt sich nicht nur zum 300. Male der Geburtstag Friedrichs II., sondern auch zum 200. Male der Erlass des Edikt(es) betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate – kurz Emanzipationsedikt. Für die Juden in Preußen war das, gemessen an ihrer Situation zur Regierungszeit Friedrichs II., ein Meilenstein auf ihrem Weg zur Gleichberechtigung, denn nun wurden sie preußische Staatsbürger und standen nicht mehr außerhalb der Gesellschaft.

Beim Erlass des Ediktes betrug der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung in Preußen 0,73 Prozent. 89,4 Prozent von ihnen erfüllten die Voraussetzungen, die das Gesetz stellte, um preußischer Staatbürger zu werden, womit immer noch nicht alle Juden die neuen Rechte erhielten.Mit der Ausstellung soll der Frage nachgegangen werden, welche Tragweite das Edikt für die Veränderungen der Situation der Juden hatte, welche Möglichkeiten der Entwicklung sich dadurch auftaten bzw. welche Grenzen es aber nach wie vor gab und wie diese sich zeigten.Zur Darstellung der nach 1812 einsetzenden Prozesse und Veränderungen eignet sich in besonderer Weise der Zugang über einzelne Personen bzw. Familien, da hier ausgehend vom Konkreten das Besondere bzw. Allgemeine in der Entwicklung aufgezeigt werden kann.

Ein besonderer Glücksumstand ist, dass für die Familie Lesser, deren Spuren sich in Rathenow bis in das Jahr 1691 nachweisen lassen, eine solche Familiengeschichte existiert. Anhand dreier Protagonisten dieser Familie wird eine Zeitspanne von etwa 150 Jahren betrachtet, an der die Prozesse der Akkulturation, die Veränderungen in Glaubensfragen, aber auch die Beiträge aufgezeigt werden können, die sie für die Entwicklung des Landes leisteten sowie der Bruch, der die Gleichsetzung beendete: Ludwig Lesser (1802-1867), Richard Lesser (1839-1914) und Ludwig Lesser (1869-1957).

 

Kontakt:

Dr. Bettina L. Götze
Märkischer Platz 3
14712 Rathenow
Fon: 03385/ 519033
Fax: 03385/ 519031
Mail: bettina.goetze@kulturzentrum-rathenow.de

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