Biographisches zu Moses Mendelssohn

Moses Mendelssohn (1729-1786) gilt als die Schlüsselfigur der jüdischen Aufklärung in Europa und damit als Wegbereiter der Haskalah. Als Philosoph und liberaler Vordenker genoss er hohes Ansehen auch bei den nichtjüdischen intellektuellen Eliten seiner Zeit, und er bemühte sich als einer der ersten überhaupt um einen offenen Dialog zwischen Vertretern des Christentums und des Judentums.

Geboren in einer einfachen jüdischen Familie in Dessau, stellte sich frühzeitig die linguistische, theologische und philosophische  Begabung des Jungen heraus. Er studierte in Talmudklassen in Dessau und Berlin und wurde 1750 Privatlehrer in der Familie des Berliner Seidenhändlers Isaak Bernhard. Später arbeitete Mendelssohn in Bernhards Unternehmen auch als Buchhalter und Geschäftsführer. Seit 1754 verband ihn eine enge Freundschaft mit dem Studenten und späteren Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing, bald darauf ebenso mit dem einflussreichen Berliner Verleger Friedrich Nicolai. Mendelssohn wurde zu einem wichtigen Literaturkritiker seiner Zeit. 1762 heiratete er Fromet Gugenheim, das Paar hatte insgesamt zehn Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten.

1770 wurde Mendelssohn, der bereits einen hohen Bekanntheitsgrad in der akademischen und theologischen Welt erreicht hatte, von dem Schweizer Pfarrer Johann Caspar Lavater öffentlich aufgefordert, das Christentum zu widerlegen oder selbst zum Christentum überzutreten -  was zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen beiden führte, die über Jahre hin andauerte. Moses Mendelssohn blieb zeit seines Lebens der jüdischen Religion treu und der jüdischen Tradition verbunden, und er setzte sich zudem mutig für die bedrängte jüdische Minderheit in Zentraleuropa ein. Ende der 1770er Jahre begann er mit der Übersetzung der Hebräischen Bibel ins Deutsche, welche von 1780 bis 1783 erschien.  Mendelssohn starb am 4. Januar 1786 in Berlin und wurde auf dem Berliner Jüdischen Friedhof beerdigt.  Sein gesamtes Leben und Wirken stand für Aufklärung, Vernunft und Toleranz in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Dem fühlt sich das Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam als wissenschaftliche Einrichtung des Landes Brandenburg - gleichsam im Kontext der heutigen Zeit – auf das Engste verbunden.