Von New-York nach San Francisco. Flüchtige Reiseskizzen aus dem Jahre 1869
Ernst Mendelssohn-Bartholdy
Von New-York nach San Francisco
Flüchtige Reiseskizzen aus dem Jahre 1869
Hrsg. von Karin Bürger und Sebastian Panwitz
Olms-Verlag, Hildesheim 2009
160 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag
HASKALA – WISSENSCHAFTLICHE ABHANDLUNGEN
Band 41
ISBN: 978-3-487-14287-6
€ 24,80
"Ich hatte nie auch nur den leisesten Gedanken, daß es mir möglich
sein würde, in die Stadt der Mormonen zu kommen, und jetzt, wo ich
thatsächlich in ihr bin, kann ich noch immer nicht an die Wirklichkeit
davon glauben! Wenn ich mir nun vorstelle, daß ich vermittelst des
größten und wunderbarsten Products menschlicher Arbeit, welches in
den letzten Jahren entstanden ist, hier angelangt bin - daß ich die Hälfte
der Pacific-Bahn gesehen und befahren habe, so ist das erst recht ein
Grund zu solchen Gefühlen. Ueber eine Reise, wie ich sie jetzt mache,
muß man entweder ein Buch schreiben, oder sich nur mit kurzen
Andeutungen sehr allgemeiner Art begnügen.“
Als im Jahre 1869 der junge Ernst Mendelssohn-Bartholdy, Neffe des
Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und Urenkel des Philosophen
Moses Mendelssohn, mit seinem Vetter Ernst Westphal eine mehrmonatige
Reise durch die Vereinigten Staaten von Amerika unternimmt, ist das Land,
auf das er trifft, noch unübersehbar von den Spuren des Bürgerkrieges
gezeichnet und steht gleichzeitig am Beginn einer gigantischen
Industrialisierung. Der zukünftige Bankier, der einige Jahrzehnte später
einer der reichsten Berliner sein wird, verdankt seinen geschäftlichen Erfolg
nicht zuletzt diesem „größten und wunderbarsten Product menschlicher
Arbeit“, das er auf seiner Reise ausgiebig erkunden kann – der Eisenbahn.
Als einer der ersten Touristen dieser Art beschreibt Mendelssohn-Bartholdy
seine Eindrücke in Briefen an die Eltern.
Der leichte, von der Faszination des Augenblicks getragene Reisebericht, der
1869 exklusiv für den engeren Familienkreis gedruckt worden war, liegt nun
erstmals einem breiteren Publikum vor.
