Vom Hekdesch zum Hightech –
250 Jahre Jüdisches Krankenhaus Berlin

Bearbeitung: Dr. Elke-Vera Kotowski

Die mehr als 250-jährige Geschichte des Jüdischen Krankenhauses in Berlin ist Gegenstand eines Lehrforschungsprojektes mit Studierenden der Universität Potsdam. Aus Anlaß des 250-jährigen Jubiläums des Krankenhauses wurde im Winteresemester 2005 ein Lehrforschungsprojekt etabliert, das sich seither mit der Aufarbeitung der Geschichte des seit 1914 im Berliner Wedding beheimateten Jüdischen Krankenhauses beschäftigt. Seinen Ursprung hat das Krankenhaus in einem Hekdesch (hebr. wohltätige Stiftung für Kranke), das unmittelbar mit der Gründung der Jüdischen Gemeinde zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Berlin-Mitte gegründet wurde. 1756 eröffnete schließlich das erste Krankenhaus der Gemeinde, dessen Ärzte Benjamin de Lemos und sein Schwiegersohn Marcus Herz waren. Zwischen 1863 und 1914 war das Krankenhaus in der Auguststraße untergebracht, dessen Räume später als jüdisches Kinderheim genutzt wurden.

Im 19. Jahrhundert bereits als „kleine Charité“ geadelt, ist es die einzige jüdische Einrichtung Deutschlands, die in der Zeit von 1933 bis 1945 nicht aufgelöst wird. Heute entspricht das in der Heinz-Galinski-Straße beheimatete Krankenhaus den Anforderungen an ein modernes Klinikum und es ist ein Ort, an dem die drei Konfessionen Judentum, Christentum und Islam zusammentreffen.

Geschichte in Fotos, Dokumenten, Zeitzeugenberichten

Im Rahmen des Lehrforschungsprojektes wurde eine Ausstellung erarbeitet, die durch Fotos, Dokumente und filmisch aufbereitete Zeitzeugenberichte die Geschichte und Gegenwart des Jüdischen Krankenhauses dokumentiert. Neben der 250-jährigen Krankenhausgeschichte wird gleichsam die Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in Berlin dargestellt. Die Ausstellung wurde speziell für Schülerinnen und Schüler der Stufen 7 bis 12 konzipiert, um als Ergänzung zum Geschichts- und LER-Unterreicht die Geschichte der Juden in Deutschland zu vermitteln. Dafür wurde eigens ein pädagogischer Leitfaden erarbeitet, der Lehrer und Schüler auf den Ausstellungsbesuch vorbereitet.

Zurzeit kann die Ausstellung am authentischen Ort, dem Jüdischen Krankenhaus Berlin, Heinz-Galinski-Strasse 1 (Verwaltungsgebäude), in Berlin-Wedding besichtig werden

Ein Begleitkatalog zur Ausstellung ist im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienen und kostet 14,80 Euro.
ISBN 9-783-86650-350-2 (deutsche Ausgabe); @: vbb.mail@t-online.de
ISBN 9-783-86650-002-0 (englische Ausgabe)

 

Pädagogischer Leitfaden

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derzeitige Ausstellungspräsentation

Projektleitung: Elke-Vera Kotowski