10 Orte – 10 deutsch-jüdische Geschichten
aus dem Land Brandenburg

Bearbeitung: Dr. Elke-Vera Kotowski

Studierende der Universität Potsdam, die künftig als Lehrende an Brandenburgischen Schulen tätig sein werden, haben neben einer Ausstellung zu Synagogenstandorten in Brandenburg pädagogisches Material entwickelt, das von Schulklassen kostenlos genutzt werden kann.

Die Orte sind:

Brandenburg an der Havel
Calau
Eberswalde
Frankfurt/Oder
Luckenwalde
Oranienburg
Perleberg
Potsdam
Templin
Wriezen

 

Der Geschichtsunterricht an der Schule steht seit vielen Jahren vor der Herausforderung, möglichst viele fachliche Inhalte an seine Schüler zu vermitteln. Von der Ur- und Frühgeschichte bis zum Fall der Berliner Mauer – es wird vielerorts noch als notwendig erachtet, den Geschichtsunterricht als Vermittlungseinheit einer Gesamtgeschichte der Menschheit zu nutzen. In der Ausbildungsphase der nachwachsenden Generation von Geschichtslehrern wird daher bereits darauf geachtet, Geschichte exemplarisch zu vermitteln. Gesucht sind Bildungsinhalte, die nicht nur ein Verständnis für die Entwicklungslinien der Geschichte beinhalten, sondern anhand derer Geschichte in vielfachen Perspektiven erzählt werden kann.

Die Auseinandersetzung mit deutsch-jüdischer Geschichte ist ein Beispiel dieser Form der Geschichtsvermittlung. Das Projekt „10 Orte – 10 deutsch-jüdische Geschichten aus dem Land Brandenburg“ verfolgt den Ansatz der Vermittlung von brandenburgischer Regionalgeschichte als deutsch-jüdische Geschichte. In dieser Region erlebte das Judentum ebenso Blüte wie Niedergang. Die Geschichte des jüdischen Brandenburgs ist keine Geschichte des Holocaust, sondern die Geschichte jüdischer Integration, preußischer Toleranzpolitik, nationalsozialistischer Verfolgung und Wiederansiedlung nach 1990. Das Projekt möchte Kernentwicklungen des jüdischen Lebens in der Region vermitteln – vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Es stehen dabei sowohl historisch-politische Leitfragen als auch ein differenziertes Verständnis von und für den jüdischen Glauben im Mittelpunkt der Projektarbeit.

Die zehn Handreichungen vereinen vielfältige Materialien, mit deren Hilfe Schüler deutsch-jüdische Geschichte und deren Überreste in ihrem Heimat- bzw. Schulort erkunden können.

Der Aufbau der Handreichungen ist wie folgt gehandhabt:

  • Einführungstext zur Geschichte des Ortes mit dem Schwerpunkt deutsch-jüdische Geschichte (Fokus liegt dabei auf dem zeitlichen Rahmen des thematischen Schwerpunkts, bspw. Juden als Handelsträger im Mittelalter)
  • Stadtplan mit eingezeichneten Überresten der jüdischen Ortsgeschichte (moderne Aufbereitung; wenn möglich mit GoogleMaps)
  • Quelle mit Ortsbezug zum thematischen Schwerpunkt
  • Sekundärtext zum thematischen Schwerpunkt sowie Visualisierung anhand von Bild- oder Fotomaterial
  • Aufgaben und Entdeckungshinweise (in Form von Rallyes, Schnipsel-Jagden oder anderen Aktivitäten)
  • Produktentwicklung, geleitete Ideenfindung
  • Hinweise, Tipps & Tricks, interessante Internetseiten, Buchempfehlungen

Weiterhin enthalten sie eine fremdsprachliche Erarbeitungseinheit, sodass ein fächerübergreifendes Lernen ermöglicht wird (neben der deutschen Fassung liegen die Handreichungen bisher in den Sprachen Englisch und Russisch vor).

Bezogen werden können die Handreichungen über das Moses Mendelssohn Zentrum

Ansprechpartnerin: Dr. Elke-Vera Kotowski