Hildegard Hamm-Brücher - Preisträgerin 2011

Auszug aus der Danksagung Hildegard Hamm-Brüchers anlässlich der Verleihung der Moses-Mendelssohn-Medaille 2011

Es ist für mich ein bewegender Augenblick - ein Augenblick der Freude aber auch der Herausforderung mit einer Medaille ausgezeichnet zu werden, die den Namen Moses Mendelssohn trägt, eines Mannes der zu seiner Zeit der herausragenste jüdische Philosoph auf deutschem und europäischen Boden war - der vor etwa 250 Jahren das gewagt hat, was wir als Aufklärung bezeichnen - nämlich die Überwindung von starren geistigen und konfessionellen Dogmen, den Aufbruch aus Unmündigkeit und Unfreiheit.. Der stattdessen sein Denken und Handeln auf Offenheit, Gedankenfreiheit und Toleranz gründete.

Um diese Ziele musste es auch nach dem Inferno der Judenverfolgung und -Vernichtung während der NS-Diktatur gehen: Um den Versuch eines Aufbruchs aus Schuld und verhängnisvoller Mitschuld, um Besinnung und Aufklärung, und vor allem um die Überwindung des mörderischen Antisemitismus.

Dieser Aufbruch hat sich zeitweise als schwieriger und langwieriger erwiesen als der materielle Wiederaufbau unseres Landes. Denn es galt alles aufzuarbeiten, was an geschichtlichen, gesellschaftlichen und geistigen Irrtümern und Irrwegen vor einem Neuanfang stand, und er erforderte die Bereitschaft diese, unsere Erblasten nicht zu verdrängen oder zu verleugnen, sondern zu benennen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

 

Hier erhalten Sie die vollständigen Ansprachen der Verleihung kostenlos als PDF:

VERLEIHUNG DER MOSES MENDELSSOHN MEDAILLE AN HILDEGARD HAMM-BRÜCHER, ANSPRACHEN