Die Affäre Dreyfus - Ein Ausstellungsprojekt

Die Affäre um den jüdischen Hauptmann in der franzöischen Armee am Ende des 19. Jahrhunderts ist bis heute ein Markstein in der europäisch-jüdischen Geschichte.
Anlässlich des 70. Todesjahres von Hauptmann Alfred Dreyfus’ (2005) und es 100. Jahrestages seiner Rehabilitation (2006) hat das Moses Mendelsohn Zentrum (MMZ) Potsdam in Kooperation mit der Beitler Collection an der University of Pennsylvania eine Wanderausstellung konzipiert, die Einblicke in die tief greifenden Auswirkungen bietet, die diese Affäre auf Politik und Gesellschaft des fin de siècle in Frankreich, Europa und der Welt hatte. Dabei stehen Personen aus dem Militär, der Politik und der Justiz ebenso im Mittelpunkt wie Journalisten, Schriftsteller und Künstler.

Die Schirmherrschaft für dieses Projekt, das auf der Sammlung der Amerikanerin Lorraine Beitler basiert und unter Mitarbeit von Studenten der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin entstanden ist, haben u. a. der Verteidigungsminister a.D. Dr. Peter Struck und der Innenminister des Landes Brandenburg, Herr Jörg Schönbohm übernommen.

Mit diesem offenen Brief des Schriftstellers und Journalisten Emile Zola 1898 an den französischen Präsidenten erreichte der öffentliche Streit um die Affäre Dreyfus seinen Höhenpunkt. Vier Jahre zuvor war der jüdische Hauptmann Alfred Dreyfus zu Unrecht des Hochverrats angeklagt und verurteilt worden. Dreyfus wurde verdächtigt, der Verfasser des bordereaus (Anschreibens) zu sein, das die Preisgabe geheimer Militärinformationen an die Deutschen ankündigte. Trotz gegenteiliger Schriftgutachten und vieler Beweise, die für die Unschuld Dreyfus sprachen, kam es auch in dem Wiederaufnahmeverfahren 1899 zu einer erneuten Verurteilung. In Anbetracht der Unruhe, die dieser Justizskandal nicht nur in Frankreich verursachte und der bevorstehenden Weltausstellung in Paris (1900), entschloss sich die französische Regierung 10 Tage nach der Urteilsverkündung zur Amnestie aller Straftaten, die mit der Affäre in Zusammenhang standen. Eine endgültige Rehabilitierung erfuhr Alfred Dreyfus allerdings erst 1906 mit der Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion.

Durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit der Dreyfus-Affäre soll deren Sensibilität gegenüber Antisemitismus geweckt werden. Dreyfus steht somit als Synonym für politischen Radikalismus und antijüdische Propaganda, aber auch für die Verteidigung der Grundrechte und das Einsetzen für einen Unschuldigen.

Katalog

Der begleitende Katalog bietet nicht nur eine textliche Aufbereitung der Ausstellung und die Auflistung alle Exponate. Darüber hinaus ermöglichen Essays einen vertiefenden Einblick in verschiedene Bereiche der Affäre und stellen für den interessierten Besucher eine aufschlussreiche Ergänzung und thematische Bereicherung dar.
Der Katalog ist im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienen und kostet 14,80 Euro.
ISBN 3-935035-76-4; @: vbb.mail@t-online.de

 

Pädagogischer Leitfaden zur Ausstellung Affäre Dreyfus

Pädagogischer Leitfaden zur Ausstellung Affäre Dreyfus Anhang 1

Pädagogischer Leitfaden zur Ausstellung Affäre Dreyfus Anhang 2

Pädagogischer Leitfaden zur Ausstellung Affäre Dreyfus Anhang 3

Projektleitung: Elke-Vera Kotowski