Avi Primor - Preisträger 2013

Auszug aus der Danksagung Avi Primors anlässlich der Verleihung der Moses-Mendelssohn-Medaille 2013:

Dankesworte

 

Avi Primor

Lieber Herr Professor Günther, Lieber Herr Professor Schoeps, liebe Anwesende,

ich wusste gar nicht, was für ein Privileg es ist, die Moses Mendelssohn Medaille entgegen zu nehmen. Als Sie mir die Verleihung angeboten haben, ahnte ich noch gar nicht, was für wundervolle Reden, Lob, Komplimente ich hier am Ende bekommen würde. Viel besser als ein Nachruf […]

Ich bin jetzt, nach all dem was wir schon gehört haben, gar nicht so sicher, was ich eigentlich noch sagen und ergänzen könnte. Doch über die gegenseitige Wahrnehmung von Israel und Deutschland während der letzten sechs Jahrzehnte, darüber lässt sich natürlich vortrefflich referieren, und hier hat es Entwicklungen gegeben, die eigentlich keiner so erwartet hatte. Die vielleicht spannendste Frage ist dabei: Was hat eigentlich dazu geführt, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel so tiefgreifend geworden sind, geradezu  unentbehrlich, und so frei von Hemmungen und Berührungsängsten? Herr Schoeps, Sie haben ja auch kurz von Israelis in Berlin gesprochen, und wenn ich mich nicht täusche, leben heute um die 15.000 von ihnen permanent in der deutschen Hauptstadt. Ich weiß gar nicht, ob die Botschaft die alle kennt. Das ist schon eine große Überraschung, und das wäre vor 25 Jahren noch undenkbar gewesen […]

Mehr als 60 Jahre sind vergangen. Ich glaube, dass wir heute auf recht unverkrampfte Beziehungen zwischen Israel und Deutschland blicken können. Und ich glaube, wir haben sie vor allem dank der erstaunlichen zwischenmenschlichen Beziehungen. Mit anderen Worten heißt das auch, dass wir die Zwänge der Politik und der Geschichte überwunden haben. Und mein Wunsch ist es nun, dass wir das Gleiche auch im Nahen Osten erreichen werden. Vielen Dank, Sie haben mir jetzt die Moses Mendelssohn Medaille verliehen, und vielleicht kann ich in die beschriebene Richtung noch einiges bewirken. Ja, vielleicht schaffe ich das.

 

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