Auszeichnung des Moses Mendelssohn Zentrums
als „Ort im Land der Ideen“

Auszeichnung des Moses Mendelssohn Zentrums als „Ort im Land der Ideen“/
Verleihung der Moses Mendelssohn-Medaille an Dr. Dr. h.c. Hans Keilson

Das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ) wird am 10. Mai 2007 als „Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Im Rahmen der Standortinitiative „Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler wurde das MMZ mit seinem Projekt „Bibliothek verbrannter Bücher“ aus über 1500 Bewerbungen ausgewählt.

Ziel des Projektes „Bibliothek verbrannter Bücher“ ist es, über 300 Werke der von den Nationalsozialisten verfemten und verbotenen Autoren neu erscheinen zu lassen und versehen mit einem wissenschaftlichen und didaktischen Begleitprogramm an zirka 3000 Oberschulen und Gymnasien in Deutschland aufzustellen.

Zu den nach 1933 verfemten und verbotenen Autoren gehört auch der Schriftsteller, Arzt und Psychoanalytiker Hans Keilson. Als Höhepunkt des Programms am 10. Mai 2007 wird durch den Direktor des MMZ Professor Julius H. Schoeps die Moses Mendelssohn Medaille an Hans Keilson verliehen.

Im Jahr 1909 in Bad Freienwalde geboren wuchs Hans Keilson als Sohn eines Textilhändlers in der Mark Brandenburg auf. Sein Studium der Medizin schloss er 1934 an der Berliner Universität als einer der letzten Studenten jüdischer Herkunft ab. Der noch im Februar 1933 von ihm veröffentlichte Roman „Das Leben geht weiter“ wurde von den Nationalsozialisten verboten. 1936 ging Keilson ins Exil in die Niederlande, wo er nach der deutschen Okkupation 1940 als Untergrundkämpfer den Holocaust überlebte.

Julius H. Schoeps erklärt zur Verleihung der Moses Mendelssohn-Medaille: „Hans Keilson hat sich über seine Leistungen als Schriftsteller und Wissenschaftler hinaus vor allen durch sein Engagement für die vielen durch den Holocaust traumatisierten jüdischen Waisenkinder große Verdienste erworben.“

Die Ehrungen finden am 10. Mai 2007 ab 15 Uhr im Kutschstall, Am Neuen Markt 10 in Potsdam statt. Anschließend werden im Rahmen eines Empfanges die Theodor Lessing-Arbeiten, die das MMZ vom Künstler Professor Detlef Kappeler als Schenkung erhalten hat, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich anhand einer kleinen Ausstellung in den Räumen des MMZ über aktuelle Forschungsprojekte des Hauses und insbesondere über das Projekt „Bibliothek verbrannter Bücher“ zu informieren.